Jugendkunstpreisverleihung BW 2018 & Indoktrination

Unter dem Wettbewerbsthema „Mut zur Lücke“ fand am 12. Oktober 2018 die Verleihung des 21. Jugendkunstpreises des Landes Baden-Württemberg in der Karlskaserne in Ludwigsburg statt. Nach der Begrüßung durch die Juryvorsitzende Monika Fahrenkamp folgte eine Brake-Dance-Einlage und ein sehr hörenswertes Solo auf dem Klavier von Lisa Moll sowie Ansprachen von Staatssekretär Volker Schebesta und Oberbürgermeister Konrad Seigfried.

Sechzehn Arbeiten der Gewinner wurden in kleinen Filmclips präsentiert bevor es zur feierlichen Ehrung mit Urkundenverleihung ging. In der abschließend eröffneten Ausstellung konnten dann insgesamt 40 ausgewählte Werke bewundert werden. Die Ausstellung vermittelte einen guten Eindruck vom Können der Jugendlichen. Es waren herausragende Arbeiten dabei.

Es hätte somit eine perfekte Veranstaltung sein können. Allerdings gab es etwas, was dem Ganzen ein „Geschmäckle“ verlieh, wie man im Schwabenland zu sagen pflegt. Unter dem Titel: „Gedankenflüge zum Wettbewerbsthema“ hielt das maßgebliche Jurymitglied, Nadine Lindenthal, eine Rede zum Thema des Wettbewerbs „Mut zur Lücke“. Den Auftakt bildete ganz unverblümte Kritik an Donald Trump und weil das noch nicht reichte, wurde die AfD in verklausulierter Form aufs Korn genommen: Frau Lindenthal war sich nicht zu schade, Coram Publico zu behaupten, dass „sechs Millionen Juden kein Vogelschiss seien“. Eine Aussage, die so niemals getätigt wurde. Es folgte sodann Kritik an der Migrationspolitik Osteuropas der geschlossenen Grenzen, insbesondere Ungarns, sowie die Feststellung, dass die „Gefährdung durch Geflüchtete nur gefühlt sei, da ja immer weniger Flüchtlinge ankämen.

Dass Orban sich an geltendes Recht hält und die merkelsche Regierung es unentwegt bricht, ist ihr wohl ebenso entgangen wie die zahlreichen Einzelfälle und die Tatsache, dass allein im Jahr 2017 über 40 000 Deutsche Opfer von Migrantengewalt wurden. All die durch Migranten getöteten und vergewaltigten Menschen sind es, nach Frau Lindenthal, offenbar nur „gefühlt“. Frau Lindenthal hat hier im wahrsten Sinne des Wortes „Mut zur Lücke“ bewiesen. Nun steht es freilich jedem frei, seine politische Meinung zu äußern. Die Frage ist nur: wann und wo.

Die Jugendkunstpreisverleihung Baden-Württemberg als Forum für die Verbreitung von Hetze und Fake-News zu missbrauchen, schlägt jedenfalls dem Fass den Boden aus.

Besagte Dame ist übrigens Lehrerin am Michelberg-Gymnasium in Geislingen, wie sie in ihrer Rede freimütig zum Besten gab. Man darf sich also fragen, wie Frau Lindenthal im Unterricht auf die ihr anvertraute Schülerschaft einwirkt, wenn sie schon vor Staatssekretär und Bürgermeister nicht an sich halten kann, ihre politische Weltsicht den Zuhörern aufzudrängen. Wie werden wohl Schüler von ihr bewertet, die nicht ihren „Mut zur Lücke“ teilen?

Und auch im Falle der Verleihung des Jugendkunstpreises stellt sich hier die Frage, welche Chance Jugendliche bekommen, die mit ihrem politischen Denkmuster nicht konform sind. Nun sollte sich gerade ein Jury-Mitglied, das die Auswahl der Arbeiten für den Jugendkunstpreis maßgeblich mitzuverantworten hat, durch Unbefangenheit auszeichnen. Das aber ist Frau Lindenthal nach eigenem Bekunden ganz offenkundig nicht.

Und nochmals: Die Jugendkunstpreisverleihung ist kein Ort für Hetze und Fake-News, sie ist keine Cabaret-Show und keine Bühne für politisch motivierte Indoktrination eines sich maßlos überschätzenden Jury-Mitglieds. Sie ist einzig Forum für die Würdigung der künstlerischen Leistungen der Jugendlichen.