Denkmalreise 2018 – Trinitatiskirche Mannheim

Der dritte Teil der Denkmalreise am 6. Oktober mit Staatssekretärin Katrin Schütz führte zur Trinitatiskirche nach Mannheim.

Die Trinitatiskirche wurde 1956-59 nach Plänen des Architekten Prof. Helmut Striffler auf den Trümmern des barocken Vorgängerbaus errichtet.

Die Kirche besteht aus einem kantigen Baukörper mit sechseckigem Grundriss sowie einem hohen schlanken Glockenturm, dessen Erhalt in der Diskussion steht.
Die Wände des Baus sind durchbrochen von in den Beton eingelegter Glaskunst, die neben rein dekorativen Elementen, biblisch-abstrakte Motive nach Entwürfen von Emil Kiess aufweist.

Die Trinitatiskirche ist eine der wichtigsten Betonkirchen und wurde 1994 in die Liste der baden-württembergischen Kulturdenkmäler von besonderer Bedeutung übernommen. Mit ihrer Gestaltung und Materialität ebnete das moderne Bauwerk den Weg für die Gedächtniskirche in Berlin.

2015 wurde die Trinitatiskirche zur Zwischennutzung ausgeschrieben. Für die leerstehende Trinitatiskirche war seitens der evangelischen Kirche eine neue Nutzungsmöglichkeit gesucht worden. Die Wahl fiel auf das EinTanzHaus. Fortan dient die Kirche nun als Tanztheater, wobei die Nutzung befristet und der Umbau reversibel ist.

Die Verbindung von sakraler Architektur und kultureller Nutzung stellt ein Novum für den freien Tanz in Deutschland dar. Damit wird hier ein außergewöhnliches Architekturprojekt realisiert.

An diesem Beispiel wird die aktuelle Diskussion über denkmalverträgliche Umnutzungen sakraler Gebäude anschaulich, die aus Kosten oder sonstigen Gründen nicht mehr im ursprünglichen Sinne genutzt werden können.

Darüber hinaus wird deutlich, dass Denkmale Brücken schlagen können – hier durch eine neue Nutzung.
Durch die Verbindung mit dem EinTanzHaus ist die Trintitatiskirche nun zu einer kulturellen Begegnungsstätte inmitten der Stadt Mannheim geworden.

Damit hat auch diese Reisestation Bezug zum Motto des diesjährigen Tages des offenen Denkmals „Entdecken, was uns verbindet“, im Sinne einer Verbindung zwischen denkmalgeschützter sakraler Architektur und einem kulturellen Forum.