Denkmalreise 2018 – Römischer Palast und Römermuseum

Der zweite Teil der Denkmalreise im Regierungsbezirk Karlsruhe am 6. September 2018 führte zum unterirdischen „Römischen Palast“ in Ubstadt-Weiher.
Bereits seit über hundert Jahren ist eine römische Besiedlung im Gewann „Hecken“, etwa 1,5 km nördlich des Ortskerns von Stettfeld bekannt.
Durch großflächige geophysikalische Untersuchungen und Bodenradar-Verfahren wurde in den Jahren 2003 und 2006 das rund 120 Meter lange Gebäude entdeckt.
Das symmetrisch gestaltete Wohngebäude besitzt einen korridorartigen Mittelteil mit jeweils einer Säulenhalle und zwei gewaltig vorspringenden turmartigen Eckbauten (Risaliten) an Vorder- und Rückseite. Grundriss und palastartige Ausmaße, vergleichbar mit dem Bruchsaler Schloss, stellen im rechtsrheinischen Siedlungsgebiet eine Besonderheit dar. Damit wurde deutlich, dass es sich nicht um eine der üblichen römischen Ansiedlungen handelt.

Auch die Lage des Anwesens ist bemerkenswert. Die palastartige Villa stand an einem Hang am Rand der Rheinebene, nur wenige 100 Meter von der römischen Vorläuferin der heutigen Bergstraße entfernt.
Die digitale Nachbildung stützt sich weitgehend auf die geophysikalischen Messungen. Sie visualisiert die Villa im Zustand des fortgeschrittenen 2. Jahrhunderts nach Christus, der Blütezeit des römischen Stettfeld.
Im Rahmen der Begehung wurde aufgezeigt, wie die Landespflege geophysikalische Untersuchungen auf großen Flächen durchführt. Anschaulich wurde das oberirdisch nicht sichtbare Gebäude sichtbar gemacht, u.a. durch 3D-Rekonstruktion- und Animation. Frau Dr. Britta Rabold, Spezialistin für provinzialrömische Archäologie, und der Landesarchäologe, Herr Prof. Dirk Krausse, erläuterten dezidiert das Vorgehen.
Staatssekretärin Schütz weihte ein Schild auf dem Gelände ein, das über das verborgene Denkmal informiert.

Im Anschluss an die Begehung folgte die Besichtigung des Römermuseums Stettfeld, welches sich insbesondere der Dimension und Bedeutung des „Römischen Palastes“ widmet. Darüber hinaus wurden ausgewählte Exponate aus der römischen Vergangenheit des Ortes besichtigt. Sehr anschaulich und lebendig wurden hier zudem Einblicke in die Themen „Römische Siedlung“, „Gräberfeld“, Ziegelei & Töpferei“ gewährt.

Diese Etappe der Denkmalreise ließ zum wiederholten Male besonders nachdrücklich die Dimension der Schätze deutlich werden, über die das Land verfügt, hier sogar an einem „verborgenen Schatz“.