Forderung nach „Überprüfung der Lehrinhalte“ dient der Ablenkung vom Versagen in der Bildungspolitik

Angesichts der zunehmenden Digitalisierung möchte Ministerpräsident Kretschmann den Bildungskanon auf den Prüfstand stellen. Bislang habe man sich immer gefragt, wo man noch etwas draufsatteln könne, so Kretschmann. „Ich finde, in Zeiten des Internets müssen wir auch mal darüber

nachdenken, was wir weglassen können.“ Ziel der Bildung müsse es bleiben, jungen Menschen zu einem selbstbestimmten Leben und zu fundierter Urteilskraft zu verhelfen.

Dieser Forderung widerspricht der  Dr. Rainer Balzer, stellvertretender und Fraktionsvorsitzender und Bildungspolitischer Sprecher  der AfD „Mit dieser Forderung möchte MP Kretschmann vom Versagen der Landesregierung ablenken. Ein Ausdünnen der Lehrinhalte würde  ein heute weit verbreitetes Problem noch verstärken: Junge Menschen urteilen über Dinge, von denen sie leider wenig Ahnung haben. Um sich ein fundiertes Urteil zu erlauben, muss jedoch erst fundiertes Grundlagenwissen erworben werden, um neue Phänomene einordnen zu können.

Insofern weist die Forderung von MP Kretschmann genau in die falsche Richtung. Anstatt zu überlegen, was wir weglassen können, muss überprüft werden, ob die in den vergangenen Jahren erfolgte Umstellung auf „Kompetenzen“ nicht zu einem dramatischen  Nachlassen  an konkretem Fachwissen geführt hat. Eine „Überprüfung der Lehrinhalte“ darf es höchstens in dem Sinne geben, dass überprüfte werden muss, ob die seit Jahrzehnten und Jahrhunderten üblichen Lehrinhalte nicht von der Grünen Landesregierung voreilig ausgedünnt und entsorgt wurden zugunsten ideologielastiger „Leitperspektiven“.

Die Digitalisierung wird unser Lernen verändern. Doch Lernen findet immer im Kopf des Schülers statt und nicht im Rechner, das digitale Medium ist ein Mittel unter vielen.

Auch die Lehrer – Schüler – Beziehung im Klassenverband kann nicht durch digitale Medien ersetzt werden. Durch die zunehmende Ansammlung von digital verfügbarem Detailwissen ist es umso wichtiger, dass es den Lehrern gelingt, den Schülern die Zusammenhänge deutlich zu machen, die Zusammenhänge in der kulturellen Entwicklung, die Zusammenhänge in den geschichtlichen Abläufen oder die  Kausalbezüge in den Naturwissenschaften.

„Spielerisches Ausprobieren und  eine neue Fehlerkultur, in der das Scheitern ganz ausdrücklich Teil von kreativen Prozessen ist“, wie es Digitalisierungsminister Strobl fordert, ist nach Meinung der AfD zumindest in der Haushaltsführung der schwarzgrünen Landesregierung bereits deutlich zu erkennen.  In unbeschreiblichem Dilettantismus hat sie soeben 8 Mio € für eine digitale Bildungsplattform in den Sand gesetzt hat, die nun nicht in Betrieb gehen kann.